Workshop: “Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum”

Der zweite öffentliche Workshop fand am 21.11.2015 im Elmar-Doch-Haus in Heidenheim mit dem Thema „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“ statt. Etwa 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger wurden zunächst von Herrn Landrat Thomas Reinhardt begrüßt und in die Thematik eingeführt. Es folgten 3 Impulsvorträge um die Teilnehmer auf die anschließenden thematischen Gruppenarbeiten vorzubereiten.

Herr Thomas Eble, Verbandsdirektor des Regionalverbands Ostwürttemberg, zeigte anschließend die Perspektiven zur Mobilität im ländlichen Raum auf, die sich aus der „Regionalstrategie Daseinsvorsorge“ in der Region Ostwürttemberg ergeben. Diese Strategie betrachtet vor allem den demographischen Wandel als Herausforderung, denn dieser spielt auch eine große Rolle in der Hinsicht, welche Mobilitätsangebote in naher Zukunft gebraucht werden. Herr Ebele berichtete über bereits funktionierende, ehrenamtlich getragene, Mobilitätsangebote im Regionalverband. Dazu zählen zum Beispiel 2 Ruftaxen, 3 Bürgerbusse und 13 Fahrdienste. Insgesamt gab es in der Region Ostwürttemberg im Oktober 2015 33 derartige Angebote. Zur besseren Vernetzung dieser Dienste und als Hilfestellung für neue Anbieter schlug er eine Mobilitätszentale vor. Deren Aufgabe wäre, die Angebote verkehrsmittelübergreifend zu koordinieren und Informationen sowie Dienstleistungen zum Thema Mobilität anzubieten.

Der zweite Vortrag wurde von Herrn Werner Glatzle gehalten, der sich seit 1991 aktiv für Elektromobilität und regenerative Energieerzeugung engagiert. Er fordert die Dekarbonisierung von Wirtschaft, Verkehr und Wohnen, wozu regenerative Energieerzeugung und –Speicherung deutlich ausgebaut werden sollen. Zusätzlich soll die Elektromobilität deutlich schneller ausgebaut werden. Um dies zu unterstreichen hob er die Vorteile der Elektroautos hervor; so seien die Ökobilanz und die Wirtschaftlichkeit schon jetzt besser als bei konventionellen Autos. Herr Glatzle schlug vor, dass zum Beispiel der Landkreis als Vorbildfunktion E-Autos kauft und seinen Fuhrpark so langsam auf nachhaltige Mobilität umstellt.

Anja Feldwieser-Stütz vom Bürgermeisteramt Königsbronn stellte anschließend den Bürgerbus der Gemeinde Königsbronn vor. Der Bürgerbus wird nach anfänglichen Schwierigkeiten, einerseits wegen rechtlicher Hürden, andererseits wegen organisatorischer und finanzieller Herausforderungen, sehr gut von den Bürgern angenommen. Von knapp 200 Fahrgästen im Jahr 2012 sind die Fahrgastzahlen auf 630 Fahrgäste im Jahr 2015 angestiegen (Stand Oktober).

Nach diesem Vortrag wurden die Teilnehmer eingeladen, sich in zwei Gruppen aufzuteilen. Eine Gruppe befasste sich, unter der Leitung von Herrn Glatzle, mit der Elektromobilität und deren Klimaschutzpotential.

Herr Glatzle trug im Anschluss an die Gruppenarbeit die Ergebnisse vor:

Es werden großen Potentiale in der Elektrifizierung des ÖPNV (Bahn, Bus, Taxi), als Beispiel wurde die Brenzbahn genannt, gesehen. Zusätzlich kam der Vorschlag, in der Innenstadt generell Tempo 30 vorzuschreiben um Radfahrern das Fahren in der Stadt zu erleichtern und damit attraktiver zu machen. Die Vorbildfunktion der Kommunen mit ihren Fahrzeugflotten war erneut ein Thema. Außerdem wurde der Ausbau von E-Tankstellen gefordert.

Die zweite Gruppe wurde von Frau Prof. Dr. Martina Hofmann von der Hochschule Aalen moderiert und deren Ergebnisse auch von ihr vorgestellt:

Thematisiert wurde, wie nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum aussehen könnte. Im Ergebnis war man sich einig, dass im Landkreis Heidenheim eine Mobilitätszentrale wünschenswert wäre, um damit den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Informationen zu Carsharing, ÖPNV und Mitfahrzentralen, sowie zu Bürgerbussen und Ähnlichem gebündelt zur Verfügung stellen zu können. Zusätzlich solle ein großer Verkehrsverbund etabliert werden.

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