Potenzialanalyse und Szenarienentwicklung für den Landkreis

Im Anschluss an die qualitative Energiebilanz wurde darauf aufbauend eine Potenzialanalyse erstellt. Hierbei wurden für alle Kommunen und Sektoren die Möglichkeiten zu Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungen sowie für den Ausbau erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung betrachtet.

Nach Erhebung der Ist-Situation und nach Durchführung der Potenzialanalyse wurden drei verschiedene Szenarien für den Energieverbrauch und den Ausbau erneuerbarer Energien erstellt. Die Szenarien beschreiben die mögliche zukünftige Energieversorgung im Landkreis Heidenheim für die Jahre 2025 und 2050, wobei ein unterschiedlicher Umfang an Klimaschutzbemühungen berücksichtigt wurde.

Referenz-Szenario: Das Referenzszenario stellt die niedrigste Umsetzungsstufe dar. Hierbei werden beispielsweise Ausbauraten weder durch eigene Maßnahmen gesteigert, noch werden andere Maßnahmen unternommen, die über die üblichen (beispielsweise gesetzlich festgelegten) Ausbauraten oder Einsparpotenziale hinausgehen.

Moderates Szenario: Das moderate Szenario stellt eine Zwischenstufe zwischen Klimaschutzszenario und Referenzszenario dar. Es werden Maßnahmen umgesetzt, die insbesondere wirtschaftlich und technisch kurzfristig umsetzbar erscheinen. Dieses Szenario stellt am ehesten einen Kompromiss zwischen dem Erreichen bestimmter Klimaschutzziele auf der einen Seite und der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen auf der anderen Seite dar.

Klimaschutz-Szenario: Das Klimaschutzszenario stellt die Umsetzung vieler technisch möglichen Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs und Steigerung der Energieproduktion aus erneuerbaren Energien dar. Dabei werden auch Maßnahmen einbezogen und umgesetzt, die aktuell noch nicht wirtschaftlich sind, bei denen jedoch davon auszugehen ist, dass diese aufgrund der technologischen Entwicklung über den langen Projektzeitraum wirtschaftlich werden.

Der Landkreis hat das Potenzial mit erneuerbaren Energien deutlich mehr Strom zu erzeugen als vor Ort verbraucht wird. Der Wärmebedarf könnte zu etwa 76 % mit erneuerbarer Wärme gedeckt werden, wenn die Potenziale zum Ausbau mit erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz ausgeschöpft werden. Neue Technologien und der Einsatz von Strom zu Heizzwecken sind hier nicht dargestellt. Die Szenarien stellen jeweils eine niedrigere Umsetzungsstufe des potenziell erreichbaren dar (Abb. 6).

Der Kreistag hat in seiner Sitzung vom 11.07.2016 die Festlegung von langfristigen Klimaschutzzielen für den Landkreis Heidenheim beschlossen, die sich am Klimaschutzszenario des Integrierten Klimaschutzkonzeptes orientieren.

 

Abb. 6: Energieerzeugung und Energieverbrauch im Vergleich über die Szenarien. Die obere Grafik zeigt den Stromverbrauch im Vergleich zur Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien für das Jahr 2013, die Szenarien (Jahr 2050) und das Potenzial, je in GWh/a. Die untere Grafik zeigt dieselben Faktoren für den Wärmeverbrauch und die Wärmeerzeugung, jeweils in GWh/a, mit erneuerbaren Energien.

Abb. 6: Energieerzeugung und Energieverbrauch im Vergleich über die Szenarien. Die obere Grafik zeigt den Stromverbrauch im Vergleich zur Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien für das Jahr 2013, die Szenarien (Jahr 2050) und das Potenzial, je in GWh/a. Die untere Grafik zeigt dieselben Faktoren für den Wärmeverbrauch und die Wärmeerzeugung, jeweils in GWh/a, mit erneuerbaren Energien.